
Tagsüber Juristin, abends Tanzlehrerin.
Jeannine leitet bei eins die Abteilung Recht und unterstützt die Fachbereiche bei Themen wie Verträgen, Energiehandel, Datenschutz und regulatorischen Fragestellungen. Mit ihrem juristischen Fachwissen sorgt sie dafür, dass Entscheidungen rechtlich sicher vorbereitet und umgesetzt werden können. Der enge Austausch mit den Fachbereichen spielt dabei eine zentrale Rolle.
Auch in ihrer Freizeit übernimmt Jeannine Verantwortung. Als ehrenamtliche Trainerin der Funkengarde in Oederan begleitet sie Kinder und Jugendliche durch anspruchsvolle Choreografien. Die Kombination aus verantwortungsvollem Berufsalltag und engagierter Vereinsarbeit schafft für sie einen wichtigen Ausgleich.
Im Interview berichtet Jeannine von ihrer Arbeit und davon, warum es ihr wichtig ist, Menschen zu unterstützen und zu stärken.
Was hat dich an der Arbeit im juristischen Bereich so begeistert, dass du die Leitung der Rechtsabteilung übernommen hast?
Von Anfang an hat mich begeistert, dass juristische Arbeit sehr viel mehr ist als das Anwenden von Paragrafen. Es geht darum, komplexe Sachverhalte aus den verschiedensten Fachbereichen zu verstehen, praktikable Lösungen zu entwickeln und dabei echte Wirkung zu erzielen. Besonders interessant finde ich die Schnittstelle zwischen Recht, Strategie und unternehmerischen Entscheidungen. Dabei übernehme ich nicht nur fachliche Verantwortung, sondern kann auch gestalten, vermitteln und ein Team weiterentwickeln. Die Leitung der Rechtsabteilung war daher für mich genau der richtige Schritt, um meine Begeisterung und Erfahrung einzubringen.
Welche Aufgaben machen deinen Alltag als Leiterin der Rechtsabteilung besonders interessant?
Besonders interessant an meinem Alltag ist die große Bandbreite der Themen, kein Tag gleicht dem anderen. Sie reicht von Vertragsgestaltungen und -verhandlungen über Beratungen in juristischen Fragestellungen bis hin zur Begleitung von strategischen Projekten im Bereich Energiewirtschaft und Energiewende. Mich reizt insbesondere, dass juristische Einschätzungen hier unmittelbare Auswirkungen auf unser Unternehmen und oft auch auf die Versorgungssicherheit haben. Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Fachbereichen und meinem Team: Gemeinsam pragmatische Lösungen zu finden, um eins zu stärken und fortzuentwickeln sowie Verantwortung zu übernehmen, macht die Aufgabe für mich jeden Tag aufs Neue interessant.
Du berätst viele Fachbereiche gleichzeitig – wie bekommst du Komplexität, Verantwortung und Teamarbeit unter einen Hut?
Der Schlüssel ist eine gute Strukturierung der Aufgaben und Vertrauen, sowohl in mein Team als auch in die Zusammenarbeit mit den Fachbereichen. Komplexität lässt sich am besten bewältigen, wenn man Themen priorisiert und Verantwortung klar verteilt. Dabei geht es nicht darum, alles selbst zu machen, sondern, den Überblick zu behalten, die richtigen Fragen zu stellen und mein Team zu befähigen. Gleichzeitig hilft mir der offene Austausch. Wenn Erwartungen transparent sind und man miteinander spricht, entstehen aus komplexen Fragestellungen oft überraschend klare und gute Lösungen.
Was fasziniert dich besonders an der Kombination aus Energiebranche, Recht und strategischen Entscheidungen?
Die Energiebranche unterliegt einem ständigen Wandel mit immer neuen Gesetzen und Herausforderungen, gerade im Spannungsfeld von Regulierung, Wirtschaftlichkeit und Energiewende. Hier kann ich mitgestalten. Strategische Entscheidungen haben oft langfristige Auswirkungen und es reizt mich sehr, diesen Prozess juristisch zu begleiten, Risiken einzuordnen und gleichzeitig Chancen sichtbar zu machen. Diese Mischung aus Verantwortung, Dynamik und Sinnhaftigkeit macht die Arbeit für mich so besonders.

Dein Arbeitsalltag erfordert viel Struktur und Präzision. Wie hilft dir diese Erfahrung, wenn du später privat im Training mit deiner Funkengarde stehst?
Es gibt wirklich mehr Parallelen, als man auf den ersten Blick denkt. Im Job helfen mir Struktur, Klarheit und ein gutes Gefühl für Timing – und genau das brauche ich auch im Training mit der Funkengarde. Choreografien funktionieren nur, wenn jede ihren Platz kennt und man sich aufeinander verlassen kann. Gleichzeitig lerne ich im Training, loszulassen, im Moment zu sein und Energie zu teilen. Dieser Ausgleich tut mir unglaublich gut und erdet mich – und am Ende profitiert auch der Arbeitsalltag wieder davon, weil Teamgeist, Disziplin und Freude an gemeinsamer Leistung in beiden Welten eine große Rolle spielen.
Wie bist du zur Funkengarde gekommen und was hat dich dazu motiviert, ehrenamtliche Trainerin zu werden?
Vor allem die Freude am Tanz und am gemeinsamen Erleben hat mich motiviert. Die Funkengarde ist ein Ort, an dem Gemeinschaft, Leidenschaft und Engagement zusammenkommen. Als ehrenamtliche Trainerin kann ich etwas von meiner Begeisterung weitergeben, junge Menschen fördern und gemeinsam mit der Gruppe wachsen. Besonders schön finde ich, zu sehen, wie Selbstvertrauen, Teamgeist und Zusammenhalt entstehen – das ist sehr erfüllend und ein wunderbarer Ausgleich zu meinem beruflichen Alltag.
Was macht für dich den größten Unterschied zwischen juristischer Präzision am Tag und tänzerischer Energie am Abend aus?
Tagsüber ist mein Alltag stark von Analyse, Abwägung und Präzision geprägt – jedes Wort kann entscheidend sein. Am Abend im Training darf ich genau das loslassen, nicht denken sondern fühlen.
Mit 25 Mädchen und einem Jungen zu arbeiten, klingt intensiv – was liegt dir im Training besonders am Herzen?
Der Zusammenhalt liegt mir besonders am Herzen. Bei so einer großen und vielfältigen Gruppe ist es mir wichtig, dass sich jede und jeder gesehen fühlt und wir respektvoll miteinander umgehen. Natürlich spielen Disziplin und Technik eine Rolle, aber genauso wichtig sind Spaß, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung. Ich möchte einen Raum schaffen, in dem man sich ausprobieren darf, Fehler machen kann und gemeinsam wächst – alle für einen und einer für alle. Denn am Ende entsteht die beste Leistung dort, wo sich alle wohlfühlen und füreinander einstehen.
Welche Momente im Training oder auf der Bühne geben dir das Gefühl: „Dafür mache ich das“?
Diese Momente sind oft ganz klein – und gerade deshalb so besonders. Wenn im Training plötzlich alles zusammenpasst, jede Bewegung sitzt und man spürt, dass die Gruppe als Einheit funktioniert. Oder wenn auf der Bühne ein Blick, ein Lächeln oder dieser kurze Moment entsteht, in dem alle vor Energie strahlen und genau wissen: Wir haben es gemeinsam geschafft. Besonders berührt mich, wenn ich sehe, wie die Mädels und der Junge über sich hinauswachsen, selbstbewusster werden und stolz auf das sind, was sie erreicht haben. Dann weiß ich jedes Mal: Genau dafür mache ich das.
Was möchtest du sowohl im Job als auch mit der Funkengarde in Zukunft noch erreichen?
In beiden Bereichen wünsche ich mir etwas nachhaltig zu bewegen. Im Job möchte ich die Rechtsabteilung weiterhin als verlässlichen, strategischen Partner positionieren- mit einem starken Team und dem Mut, Verantwortung zu übernehmen und Dinge aktiv zu gestalten. Mit der Funkengarde möchte ich den Teamgeist weiter stärken, gemeinsame Ziele erreichen und den Mädchen und Jungen Räume geben, sich persönlich weiterzuentwickeln. Wenn am Ende sowohl im Beruf als auch im Ehrenamt das Gefühl bleibt, gemeinsam gewachsen zu sein und mit Freude etwas erreicht zu haben, dann ist das für mich der größte Erfolg.
Was hat dich auf deinem Weg geprägt und schließlich dorthin geführt, wo du heute stehst sowohl beruflich als auch persönlich?
Mich haben vor allem die Menschen geprägt, mit denen ich auf meinem Weg zusammenarbeiten durfte – Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, aber auch Wegbegleiter im Ehrenamt. Ich habe früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen, neugierig zu bleiben und mich auch auf neue Themen einzulassen und diese mit Herz und Verstand anzugehen. Beruflich waren es oft herausfordernde Situationen, die mich wachsen lassen und mir gezeigt haben, wie wichtig Haltung, Klarheit und Teamarbeit sind. Persönlich geben mir Ausgleich, Gemeinschaft und Leidenschaft – wie der Tanz – Kraft und Bodenhaftung. Diese Mischung aus Vertrauen, Erfahrung und Freude an dem, was ich tue, hat mich letztlich dorthin geführt, wo ich heute stehe.
Vielen Dank für diese interessanten Einblicke.
Wir wünschen Jeannine weiterhin viel Erfolg und Freude bei Ihrer Arbeit und Ihrem Engagement.
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